Gelingt der Durchbruch bei den TV-L Verhandlungen?

Mit Spannung wird erwartet, ob in der am 11. Februar 2025 beginnenden dritten Verhandlungsrunde im Tarifkonflikt der Länder eine Einigung erzielt werden kann.

Streikcountdown bis Verhandlungsbeginn

Vom 11. bis 13. Februar 2026 finden in der Tarifrunde zur Neuverhandlung des TV-L die letzten planmäßigen Verhandlungsgespräche statt. Im Vorfeld haben Tarifbeschäftigte in nahezu allen Bereichen des öffentlichen Dienstes der Länder an Warnstreiks teilgenommen.
So haben am Freitag, dem 5. Februar 2026, 4.800 Demonstrierende in Stuttgart ihre Forderungen nach einer Entgelterhöhung um sieben Prozent bei einem Mindestbetrag von 300 Euro unterstrichen. Bereits am 29. Januar 2026 fand ein Jugendstreiktag statt, bei dem die Auszubildenden eine höhere Auszubildendenvergütung von monatlich 200 Euro mehr gefordert haben.

Einigungskorridor der Arbeitgeberseite

Mitte Januar 2026 hat die Arbeitgeberseite im Zuge der zweiten Verhandlungsrunde einen Einigungskorridor vorgelegt, unter dem ein Kompromiss erzielt werden könnte. Nach Vorstellung der Tarifgemeinschaft deutscher Länder können die Entgelte leicht über der Inflationserwartung in drei Schritten in den Haushaltsjahren 2026, 2027 und 2028 angehoben werden.
Laut dem Vorsitzenden der Gewerkschaft ver.di, Frank Werneke, dürfe ein möglicher Abschluss nicht schlechter ausfallen als die Einigung, die im April 2025 für die Beschäftigten des Bundes und der Kommunen erzielt wurde. Das Ergebnis bestand in einer Gesamterhöhung von 5,8 Prozent in zwei Schritten.

Lücke von 600.000 Beschäftigten

Nach Angaben der Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes fehlen in Bund, Ländern und Kommunen über 600.000 Beschäftigte. dbb-Vorsitzender Volker Geyer machte am 4. Februar 2026 während einer Demonstration in Hannover deutlich, dass man nur mit konkurrenzfähigen Angeboten gegenüber der Privatwirtschaft Personal im öffentlichen Dienst halten könne.
Bis zum Verhandlungsbeginn werden die Arbeitnehmervertreter noch einmal für eine „letzte Druckwelle“ sorgen, um zu einer Tarifeinigung zu gelangen. Sollte die dritte Verhandlungsrunde zu keinem Ergebnis führen, wird mit einer vierten Verhandlungsrunde zu rechnen sein, die bisher nicht terminiert wurde.